Genußverweigerer?

Veröffentlicht von Sascha am



Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten, 27 Sekunden



Durch den Verzicht auf Zucker in den letzten drei Wochen bin ich immer wieder in Diskussionen über gesundes Leben bzw. dem Gegenteil geraten. Wer heutzutage verzichtet polarisiert ein wenig, sei es der Veganer der so allgemein mehr oder weniger militant seine Meinung in die Welt trägt, der Vegetarier dem das Tierwohl nur so halb wichtig ist, der Antiraucher und Antialkoholiker oder eben der Zucker / Genußmittelverzichter.

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage ob ich ernsthaft durch die Laufferei versuchen kann meinem Körper etwas Gutes zu tun um ihm dann nach dem Lauf in Form vom schlechter Ernährung, Alkohol oder gar Nikotin zu schaden.

Bei der Ernährung bin ich grundsätzlich der Meinung dass grade wir Läufer / Ausdauersportler natürlich etwas mehr sündigen „dürfen“ als die Couchpotatoe. Den Folgen des überhöhtem Zucker- oder Nahrungskonsums arbeiten wir ja mit unserem Hobby direkt entgegen, wenn wir es richtig in Balance bringen geht die Rechnung dann später Null auf Null auf und wir haben den Kollegen gegenüber sowohl auf der Laufstrecke als auch am Kuchenbüffet einen entscheidenden Vorteil. In meiner Twitter Timeline tummeln sich viele ambitionierte Läufer bei denen es den Anschein hat dass sie im Grunde nur zwei Dinge tun, Kuchen futtern und Laufen / Radfahren. Diese Gesellen scheinen das Leben zu genießen und sind dabei noch fit wie der sprichwörtliche Turnschuh.

Diejenigen die dem Alkohol frönen sind dann schon (zum Glück) etwas spärlicher gesäht. Alkohol bzw. der übermäßige / regelmäßige Konsum kann dem Körper ganz erheblich schaden und macht den Tag danach das Training meist unmöglich. Auf Alkohol verzichte ich jetzt auch schon eine Weile, der Prozess begann im Grunde vor knapp 4 Jahren als sich unsere erste Tochter ankündigte und ich jederzeit fahrbereit sein wollte. Auch das Thema „Vorbild sein“ spielte und spielt bis heute ein große Rolle. Wenn ich mir vorstelle vor den Augen meiner Kinder nach einer durchzechten Nacht den ganzen Tag auf der Couch dahin zu vegetieren dann bin ich ganz froh diesen Schritt gegangen zu sein. Ab und an trinke ich natürlich noch das eine oder andere Anstandsbier auf Feiern und Geburtstagen, die Zeiten in denen ich aber abends vor dem PC / TV oder beim Fußball schauen ein oder mehrer Bierchen getrunken habe sind wohl vorbei. Selbst Radler kommt mir nur noch ohne Alkohol in den Kühlschrank.

Anders verhält es sich beim Thema rauchen, das ist für mich als Sportler ein absolutes NoGo, grade in Verbindung mit Sport. Hier handelt es sich aber im Gegensatz zu den meisten Biertrinkern und Kuchenessern um eine echte Sucht. Dass Nikotin bzw. Rauchen zu Krebs führen kann und es auch sehr häufig tut ist bekannt. Jedem der in der sogenannten First World lebt und dort aufgewachsen ist. Auch die Tatsache dass es grade in Ultrakreisen viele alt-eingestandene Läufer gibt die rauchend 100 km und mehr am Stück laufen macht die Sache nicht besser. Die Argumente sind meist die gleichen wenn man Raucher auf ihre Sucht anspricht. „Ich kann aufhören wenn ich will, ich will nur nicht…“ „Ich kann Marathon laufen, bin fit. Warum sollte ich aufhören?“ „Rauchen gehört dazu, es ist Genuss“ und so weiter und sofort.

Grundsätzlich darf ja jeder Mensch mit seinem Körper umgehen wie er möchte, so frei ist unsere Gesellschaft ja mittlerweile. Nur ob das immer so gut ist? Das muss an dieser Stelle jeder für sich beantworten.

Für mich gehört jedenfalls ein gesunder Lebenswandel zum Ausdauersport dazu wie ein ordentlicher Laufschuh. Es geht halt aber bekanntlich auch in Billigtretern vom Discounter.





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Kategorien: Gedanken

Sascha

Sascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.

4 Kommentare

Frau Mohr · 28. Juli 2015 um 5:28

Unterschreib‘ ich auch ;)
Ich find’s eh immer spannend, dass Alkohol, Kippen und Weißmehltorte „Genuß“ sein soll…wenn man sich das „verweigert“, gewinnt man doch eigentlich nur.

    Sascha · 28. Juli 2015 um 8:38

    Wobei so ein Glas lecker Rotwein halt schon auch schmecken kann, Bier schmeckt mir eigentlich auch. Wobei ich grade beim Weizenbier das ohne Alkohol lieber trinke, das ist milder und schmeckt nicht so bitter.

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