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Die 5. Vorbereitungswoche begann mit meinem ersten Ultralauf im Jahr 2016, dem Rodgau Ultramarathon über 50 km. Eines meiner Prio C Ziele für dieses Jahr und somit reiner Vorbereitungslauf für den Kölnpfad. So wirklich Lust hatte ich nicht auf die Veranstaltung wenn ich ehrlich sein soll, die Aussicht auf 5 Runden a 10 km (wie ich ursprünglich angenommen hatte) war nicht so prickelnd. Als ich mir dann allerdings die Ausschreibung  genauer angeschaut hatte und dort sah dass es 10 Mal für 5 km im Kreis gehen sollte war ich kurz davor das Ganze saußen zu lassen. Da sich aber sowohl Leute vom #twitterlauftreff und andere Bekannte ebenfalls dort angemeldet hatten bin ich dann halt doch dahin.

Anreise

Rodgau liegt von mir aus nur knapp 160 km entfernt, sprich gute 2 Stunden mit dem Auto. Bei so einer kurzen Anfahrt schlafe ich nur ungern nicht im eigenen Bett und so fuhr ich erst am Veranstaltungstag morgens in Richtung Frankfurt. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und so kam ich gegen 09:00 in Rodgau an, ich fand sogar recht schnell noch einen Parkplatz in einer Seitenstraße. Nach dem ich die Startunterlagen abgeholt hatte stand ich noch eine Weile in der Schlange vor den Dixies und machte mich dann mit Rucksack und warmen Klamotten für nach dem Lauf auf in Richtung Start und Ziel.

 

Rundendreherei

Ich begann mit den Lauf mit Inga, verlor sie dann aber irgendwann nach der ersten Runde. Ich musste ein oder zwei Läufer überholen um ihnen nicht in die Haken zu laufen und Inga plus ihr Begleiter (dessen Name ich vergessen habe) machten diese zwei, oder drei schnelleren Schritte nicht mit. Ich glaube sie sprachen auch noch zwei weitere Läuferinnen an und philosophierten über die Gangolfläufer :) Als ich dann auch noch Anke auf den kurzen Ziel der Strecke die als Wendestrecke ausgelegt war gesehen habe wollte ich zu ihr aufschließen und zog das Tempo etwas an. Sollte man nicht unbedingt machen, aber naja wenn nicht mal im Training probieren wann dann? Anke habe ich allerdings nie eingeholt, lag wohl auch daran dass ich ein paar Kilometer die Worte „bist du der Trailrunnersdog?“ von hinten hörte und @MagicMike2311 sich vorstellte. Ich war auf die #twitterlauftreff Gruppe aufgelaufen und blieb dann auch bei ihnen. Das Tempo war etwas langsamer als mein Aufholtempo und mein Puls konnte sich wieder etwas erholen. Das schien mir eh die vernünftigere Alternative als weiter Anke hinterher zu rennen. In der Gruppe lief es so ganz angenehm und so verging Runde um Runde bis ich dann so bei km 30 zu einer Pinkelpause raus musste und den Anschluss verlor. Ein zweites Mal wollte ich an dem Tag aber keinem hinterher rennen und so lief ich mein eigenes Tempo. Nachdem ich auf einen der vielen Steine die auf den teilweise geschotterten Wegen bzw. in den Löchern lagen trat muckte mein linker Fußballen zunehmend. Die Inov8 Flite 240 funktionierten bis zu dem Zeitpunkt tadellos, nach dem Fehltritt hätte ich allerdings gerne etwas mehr Schutz gehabt. Meine Wechselschuhe lagen allerdings im Auto und nicht wie eigentlich geplant im Rucksack an Start und Ziel.

Zwischendurch traf ich noch Benjamin der ebenfalls in Rodgau an den Start ging und dort mit seinem Finish quasi eine Punktlandung hinlegte. Ich glaube ich traf ihn zwei oder drei mal auf der Strecke und jedesmal erzählte er mir dass er gleich aufhören wolle :) Hat er dann aber eben doch nicht getan, er wollte wahrscheinlich nur Mitleid haben ;)

Bei km 35 lief eine junge Läuferin auf mich auf, die mir zu dem Zeitpunkt gerade recht kam denn an ihr konnte ich mich festkrallen und trotz schmerzender Fußsohle das Tempo besser halten. Wir kamen nachdem wir ein paar Kilometer schnaufend aber sonst stumm nebeneinander hergelaufen sind doch noch ins Gespräch. Die Gute war gerade dabei ihren ersten Ultramarathon zu finishen und hatte in Rodgau quasi Heimspiel. Dafür machte sie ein verdammt gut Figur an dem Tag. Nachdem wir ein oder zweimal auf einander gewartet hatten wenn der andere eine kurze Gehpause einlegen musste war der Pakt quasi besiegelt :) die letzen beiden Runden liefen wir zusammen bis ins Ziel. Glückwunsch zum Finish und willkommen in der Familie Noemi. Nach 5:15:40 Brutto liefen wir ins Ziel, wo sie dann recht flott entschwand.

Im Ziel warteten dann auch schon Johannes (@Werewolftamer ) der die ganze Zeit über mit Nina (@La_Loupina) an der Strecke stand, anfeuerte und Foto machte.  Klasse support! Danke. Die Bilder sind übrigens auch von ihm.

Die Zahlen

Runde (5 km)SplitDurchschnittspace
131:256:17
227:575:35
328:415:44
429:175:51
530:146:03
630:176:03
733:276:41
835:167:03
934:316:54
1032:556:35

Wie man sieht wurde ich erst schneller und dann langsamer :) Konstant ist definitiv anders, aber es ich auch noch früh im Jahr und hintenraus haben mich die Schuhe etwas geärgert. Ab Runde 5 hatte ich dann zusätzlich noch so ungefähr gar keine Lust mehr weiter im Kreis zu laufen.

Fazit

Rodgau ist in etwas wie Biel. Muss man wohl gemacht haben als Ultraläufer. Ich erkenne auch durch aus den Sinn von kurzen Runden. Das macht die Orga deutlich einfacher, sowohl im Vorfeld bei der Streckenfindung als auch beim Betrieb des Verpflegungspunktes. Es kann auch von Vorteil sein wenn man weiß was auf der Strecke auf einen zu kommt und man sich dementsprechend die Kräfte einteilen kann. Mich persönlich hat es tierisch genervt immer und immer wieder auf dem selben Stück gegen den Wind laufen oder wenden zu müssen. Immer wieder den selben kleinen nervigen Anstieg hoch zu müssen. Rundenrennerei ist nicht meins! Auf dem Sportplatz beim stumpfen Intervalltraining geht das noch, da laufe ich dann aber auch keine 5 Stunden im Kreis.

Was man dem RLT Rodgau aber lassen muss ist die tolle Orga und Stimmung an der Strecke! Daran gab es echt nichts zu meckern. Die Verpflegung war ebenfalls ok, für einen flachen 50 er braucht es aber auch nicht viel.

Was mich aber extrem angekotzt hat (wenn ich den Ausdruck mal so verwenden darf) war der Müll. Ist es denn so verdammt schwer seine Plastikbecher entweder direkt am VP oder in den folgenden 200 Metern auf denen unzählige Müllsäcke und andere Behälter standen leer zu trinken? Muss man mitten auf der kurzen Strecke auch noch seine Geltütchen einfach wild entsorgen? Was waren da am Samstag für Schweine unterwegs! Ich will nicht wissen wo in den nächsten Tagen unzählige Plastikbecher auftauchen werden. Der Wind wird sie ganz ordentlich verteilt haben und man kann von den freiwilligen Helfern echt nicht verlangen mehrer Quadratkilometer abzusuchen.

Schämt euch liebe Ultraläuferkollegen!

Die Bilder

 

und da ich nicht der einzige Läufer vom Twitterlauftreff war gibts hier noch ein paar weitere Berichte. War nett euch teilweise persönlich kennengelernt zu haben. Der andere Teil war einfach zu schnell für mich. Glückwunsch an die schnell Truppe um den TriathlonDog. Wie man sich nur so quälen kann ;)

 

 

More Rodgau…

@Blabbermaul – Sport bleibt Mord!

@Laufspatz – Rodgau 50

@Schlupenchris – Sieben Acht Null Fünf

@sportingmunich – Rodgau 50 km Ultramarathon

 





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