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Viel Zeit ist seit Dezember vergangen, im Dezember hatte ich meinen Spezialistentermin wegen einer genervten Achillessehne. Diagnose gab es keine damals, dafür ein Rezept für Einlagen. Dieses Rezept dürfte immer noch am Kühlschrank hängen schätze ich, unter selbst gemalten Bildern der Kinder. Irgendwo da wird es dann auch weiter hängen bleiben, das Rezept ist mittlerweile eh abgelaufen.

Höre auf deinen Körper

Mein Ziel war es damals durch meinen Besuch beim Hausarzt ein Rezept für die Physiotherapie zu bekommen da ich davon ausgegangen bin dass meine Probleme durch Dysbalancen und eingeschränkter Beweglichkeit bedingt waren.

Dieser Plan ging in die Hose, denn auch der Spezialist wollte mir eben nur Einlagen verschreiben und war scheinbar nicht am Gesamtsystem interessiert. Schade eigentlich.

Wie ich aber nun mal so bin, habe ich einfach weiter auf meinen Körper gehört. Habe etwas gedehnt und an meiner Beweglichkeit gearbeitet, habe in Krafttraining investiert und meine gestützten Laufschuhe mehr oder weniger komplett aus dem Training verbannt. Und siehe da, ich bin dieses Jahr schon fast 900 km schmerzfrei gelaufen, darunter einige lange Läufe und stecke voll in der Kölnpfadvorbereitung. Im Januar, also ziemlich direkt nach den Ärzteterminen bin ich mit über 300 km auch einige Kilometer gelaufen, schmerz- und verletzungsfrei.

Ich will jetzt hier nicht grundsätzlich die Arztmeinung und deren Fachwissen in Frage stellen, aber ich hatte bisher immer den richtigen Riecher wenn ich mehr auf meinen Körper anstatt dem beiläufigen Therapievorschlag des Arztes gehört habe.

Wer so viel läuft wie ich, der sollte irgendwann ein Gefühl für seinen Körper bekommen und spüren ob wirklich etwas kaputt ist oder es nur kleine Schräubchen sind an denen er drehen muss. Bei Daniel zum Beispiel hat es eine Weile gedauert bis er sich zu seiner OP durchringen konnte und das auch nur weil er eben auch im Alltag eingeschränkt war mit seiner weichen Leiste. Jetzt wird er damit hoffentlich seine Ruhe haben und verspätet in die Saison starten, was mich ungemein für ihn freut. Sein #mimimi war ja unerträglich geworden ;)

Das Einlagen aber durchaus auch helfen können sieht man bei Benni, dem haben sie scheinbar ganz gut getan. Er startet am Wochenende am Seilersee zum 24 h Lauf. Viel Erfolg oder besser noch viel Spaß!

Abschließend lässt sich sagen dass es hier kein Patentrezept gibt, jeder Körper ist anders und jede Verletzung, Überlastung oder einfach nur Unstimmigkeit im Körper muss individuell betrachtet werden. Gleiche oder ähnliche Symptome bedeutet nicht zwingend auch die selbe Ursache und schon gar nicht die selbe Therapie.

Das Zeitproblem in der Dienstleistungsbranche

Ärzte werden in der heutigen Zeit immer mehr zu Dienstleistern und als Dienstleister weiß ich dass Zeit eine Ressource ist die in nur sehr geringem Ausmaß zur Verfügung steht. Dass dann ab und an die Zeit fehlt um ausgiebig zu diagnostizieren liegt auf der Hand und auch nicht jeder Sportmediziner ist auch Sportler und kann sich in uns hinein denken und die Abläufe verstehen die zu unserem Training gehören. Um die Gesamtsituation zu beurteilen gehört halt eben mehr dazu als nur 10 Minuten die Gelenke zu palpieren und dann ein „Urteil“ zu fällen. Ein komplexer Bewegungsablauf wie das laufen muss auch in seiner Gesamtheit betrachtet werden und seien wir mal ehrlich, welcher Arzt hat (selbst wenn er wirklich Ahnung vom Laufen hat) die Zeit mit uns auf den Sportplatz zu gehen und uns dort beim Laufen zu beobachten? Eben, keiner.

 





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