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Ich genieße es ja, den lieben langen Tag auf „meinen“ Trails unterwegs zu sein. Auch an Tagen, an denen dort Unmengen an Wanderern und Hundemenschen zu finden sind. Dann werden die Singletrails zwar schnell eng und es kommt meist kein wirklicher Flow zustande, aber hey, andere haben auch das Recht die schöne Natur zu genießen.

Jetzt treibe ich mich ja bekanntlich meist auf den Premiumwanderwegen hier in meiner Gegend herum, da bleibt es bei gutem Wetter nicht aus, dass die Trails überfüllt sind. Da bleibt es dann auch leider nicht aus, dass die Waldbesucher den einen oder anderen Schnipsel verlieren. Ärgerlich zwar, aber kommt vor. Da ist man im Gespräch mit seinen Freunden, schaut nach den Kindern und den Hunden und schwupps landet die Folie des Riegels nicht in sondern neben der Tasche. Sollte nicht sein, klar. Passiert aber eben. Erkennt man auch immer recht gut ob der Müll mit Absicht oder aus Unachtsamkeit auf dem Boden gelandet ist. Der Natur dürfte das zwar egal sein, aber wo Menschen sind da fällt Müll an, leider. Das war auch ein Grund warum ich #cleanyourtrails begonnen habe. Ich bin mir selten zu schade den Müll andere aus dem Wald zu sammeln, mache das aber auch nicht bei jedem Lauf. Ich würde sonst irgendwie nie ein halbwegs vernünftiges Training zusammenbekommen.

Gestern wollte ich mal wieder etwas länger laufen, wollte wohl bemerkt. Dass das nicht geklappt hat, hatte andere Gründe. Schon nach der ersten Stunde hatte ich das Gefühl, dass das nicht so einfach werden würde. Schwere Beine und wenig Kraft beim Berg aufgehen. Kennt man ja, muss man mit leben. Stehen bleiben hilft da meist auch nicht und oft läuft sich das ja auch wieder raus. Egal, soll hier nicht um den miserablen Lauf gehen.

Der „Trail“ war wie erwähnt recht voll, klar typischer Golden Summer Herbst. In der Sonne fast 30° Celsius, trocken und kaum Wind. Bestes Wanderwetter. Ich sah eine Menge Schnipsel auf dem Boden liegen, hob den einen oder anderen auf und packte ihn in meine Tasche. Den Wald aufzuräumen, noch während er mit Wandervolk durchdrungen ist macht ergibt wenig Sinn. Höchstens einen Erzieherischen, aber daran glaube ich nicht so recht.

Ich lief also mehr schlecht als recht in Richtung Matthiaskapelle in Kobern, legte ein paar Proletenintervalle ein um den Menschenmassen zu entkommen und lief runter zu Niederburg.

Auf der anderen Seite ging es dann wieder den Hang hinauf, auf etwa halber Höhe ist eine Aussichtshütte. Schon auf dem Weg die Serpentinen hoch, hatte ich Einblick in die Hütte und sah dort Thermoskannen stehen doch als ich dort ankam waren da nicht die erwarteten Wanderer die bei toller Aussicht eine Rast eingelegt hatten.

Hier hatten offensichtlich ein paar echte Dreckschweine gehaust und „vergessen“ ihren Müll wieder mit runter zu nehmen.

Auf den Bildern sieht man ja, dass es eigentlich kein Müll ist der da liegt, sondern Pfandgeld. Da frage ich mich immer, ob die Pfandbeträge nicht doch zu niedrig sind, wenn es manche Menschen nicht nötig haben das Leergut wieder abzugeben.

Der nächste „Schock“ kam dann ein paar Kilometer weiter, dort waren Holzerntemaschinen unterwegs gewesen. Tiefe Schneisen im zerstören Waldboden, zeigten den Weg den sie gefahren waren. Einmal einen feinen Singletrail entlang.

Auch sonst waren weite Teile der „Waldautobahn“ aufgewühlt und matschig. Kein schöner Anblick und schon gar nicht wenn man bedenkt dass es sich hierbei um eine recht beliebte Spazier- Gassistrecke handelt(e).

Einige Tage zuvor fand ich im Unterholz auf einem Parallelweg das hier:

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir tut das immer förmlich weh. Mir ist klar, dass Wald eben auch bewirtschaftet wird, aber muss es immer so brachial sein?

Alles in Allem war der Lauf dann unterm Strich echt bescheiden. Sportlich tat ich mich schwer und Müll und kaputter Boden drückten die Stimmung ebenfalls.

Ich hoffe inständig, dass es bei euch besser aussieht! Tut es nicht? Was macht ihr dagegen? Informiert ihr die Verwaltung? Sammelt ihr den Müll selber auf?

 





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