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Ein Projekt ist ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gesteuerten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Vorgaben bezüglich Zeit, Ressourcen (zum Beispiel Finanzierung bzw. Kosten, Produktions- und Arbeitsbedingungen, Personal und Betriebsmittel) und Qualität ein Ziel zu erreichen.

Quelle: Wikipedia

 

Als ITler ist mir die Definition mehr als geläufig, in der Firma in der ich arbeite, einem mittelständigen IT Dienstleister, arbeiten wir ständig an sogenannten Projekten für Kunden. Auch wenn es für uns dann ja quasi laut Definition meist kein Projekt sondern eher Routine darstellt, schwirrt der Begriff ständig durch die Gegend. Projekte hier, Projekte da. Im beruflichen Umfeld habe ich mich an den schon fast inflationären Begriff schon gewöhnt, im privaten Umfeld will mir das allerdings nicht so recht gelingen.

Ein bekannter Baumarkt hat den Slogan „mach es zu deinem Projekt!“, in jeder zweiten Ausgabe einer x-beliebigen Zeitschrift werden Vorhaben als Projekte dargestellt. Jeder wird zu seinem eigenen Projektmanager und die Familie zu Projektteam, die Gartenhütte zum „Projekt“.

Schaut man im Sportmagazine, egal ob online oder print und im Speziellen bei Laufmagazinen so liest man auch hier vom „Projekt Halbmarathon“ oder dem „Langdistanzprojekt“. Lange Zeit war ich einfach nur angenervt von dem Begriff und den Headlines der Artikel, bis ich mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht habe, mir klar wurde, dass ich bei meinem Hobby dem Laufen eben grade nicht von einem Projekt sprechen kann und vor allem nicht will.

Ich trainiere aktuell (mehr schlecht als recht) für den KoBoLt, einen 140 km langen Geländelauf auf dem Rheinsteig. Für viele mit Sicherheit eine Distanz die sie nicht greifen können, verständlicherweise. Auch für mich lange Zeit extrem wage, etwas das so weit weg schien, dass es mir noch nicht einmal Angst machte, wenn ich darüber las.

Jetzt könnte ich diese Vorbereitung ebenfalls groß als „Projekt KoBoLt“ anpreisen und hervorheben, was ich aber eben nicht tue. Warum? Ist mein Vorhaben Ende November 140 km durch die (vielleicht) kalte Winternacht zu laufen etwa nicht zielgerichtet, einmalig mit einem klar definierten Anfangs- und Endpunkt? Hat meine Vorbereitung darauf nicht ebenso einen „Projektcharakter“? Klares Ziel, definierte (Trainings-)Abschnitte, Meilensteine, Arbeitspakete und ein fixes Enddatum?

Das mag alles auf den ersten Blick stimmen und für andere Läufer auch zu 100% zutreffen.

Mein „Problem“ mit dieser Art „Projekt“ oder einem „Projekt Marathon“ ist schlicht und ergreifend die Einmaligkeit. Ich will keinen Marathon nur einmal bestreiten, ich will nicht nach einem Finish beim KoBoLt die Distanz auf einer Liste abhaken und zum nächsten „Projekt“ schreiten. Ein Marathon oder Ultralauf ist für mich kein isoliertes Ziel in meinem Leben. Ich laufe nicht um der Distanz willen, nicht für ein Finishershirt oder eine Medaille. Zugegeben, so ein Belt Buckle wie man sie bei den 100 Milern in den USA oder eben beim Kölnpfad bekommt, wäre schon ein Goodie für das ich mich besonders anstrengen würde, aber darum laufe ich nicht. Ich laufe aus vielerlei Gründen, irgendwann (m)ein Ziel zu erreichen ist keiner davon. Ich bin der Meinung, dass es beim Laufen keine wirklichen Ziele gibt wenn man mal davon absieht seine eigenen Grenzen zu erweitern und vielleicht auch irgendwann mal zu erreichen.

Wie dem auch sei, man muss nicht immer alles definieren. Man muss nicht allem einen Namen geben. Man kann auch einfach tun was einem Spaß macht, wenn es einem Spaß macht und so lange es einem Spaß macht. Man muss all das nicht steuern und managen. Um zu laufen muss man nur eines, nämlich laufen.

Also geht raus und lauft und hört auf an Projekten zu arbeiten!





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