Trailrunning a way of life?

Veröffentlicht von Sascha am



Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 10 Sekunden



Trailrunning a way of life!? Was macht dieses Trailrunning eigentlich so besonders? Ist es überhaupt etwas Besonderes oder doch eigentlich nur ein Marketing Gag der Sportartikelindustrie? Sind wir, die Trailrunner wirklich so coole Typen, wie uns die Werbung in Hochglanzmagazinen weiß machen will?

Trailrunning a way of life? Bin ich Trailrunner?

Ja, der Blog heißt Trailrunnersdog und doch stelle ich den Begriff immer wieder in Frage. Der Blog entstand kurz nach dem ersten Revierguide des Trail Magazins am Laacher See. Dem ersten Revierguide mit über 100 Teilnehmern, ich stand am Anfang meiner „Laufkarriere“ und war sofort Feuer und Flamme für diesem Sport. Feuer und Flamme von diesen Kerlen und Kerlinnen die da mit mir und Bonni um den See rannten. Viele meiner heutigen Lauffreunde waren an diesem Tag auch dort. Dieser „harte“ Kern meiner Trailrunnerfreunde besteht noch immer. Ich durfte sowohl die Marke „Thr33ky“ als auch Nadine und Olaf, die Gründer und und Köpfe dahinter kennenlernen. Ich lernte den Gripmaster und den zukünftigen Weltherrscher Orkan kennen. Auch wenn ich doch die meiste Zeit alleine laufe und diese Ich-Zeit auch genieße, ich mag dennoch die Gesellschaft dieser Trailrunner.

Wie kam Trailrunnersdog zu seinem Namen?

Damals entstand wie erwähnt der Name dieses Blog, Trailrunnersdog. Ich bin also der Trailrunner und Bonni ist der dazugehörige Dog. Im Grunde ist das hier also Bonnis Blog und so waren die ersten Geschichte hier auch aus ihrer Sicht geschrieben. Ich verbinde also eine ganze Menge mit dem Begriff Trailrunning. Freunde, Freude und Freiheit.

Jetzt ist seitdem eine recht lange Zeit vergangen. Fast fünf Jahre. Fünf Jahre in denen ich mich, persönlich und sportlich weiterentwickelt habe. Auch der Blog ist gewachsen und erwachsen geworden. Wenn man es so nennen kann.

Was geblieben ist, ist meine Liebe zum Laufen. Meine Liebe zu einem Ding namens Trailrunning. Draußen im Wald oder auf rauen Moseltrails zu sein, ist Freiheit. Wenn ich nach den langen Läufen, die in letzter Zeit nicht mehr so häufig stattfanden, nach Hause komme, dann bin ich entspannt. Entspannt, müde und doch fit und klar. Der Körper ist erschöpft (und hungrig), der Kopf wunderbar leicht.

Trailrunning im Wandel der Zeit?

Der Begriff Trailrunning hat sich in der Zeit gewandelt, denke ich. Ich bilde mir nicht ein, dass wir die damals um den See liefen den Begriff erfunden hätten, aber es hatte einen besonderen Spirit. Als damals das Trail Magazin damit anfing uns bunten Kerle zu versammeln und durch die Wälder zu scheuchen, bildeten sich verschworene Banden. Um jedes besuchte Revier eine eigene Bande. Diese Banden besuchten sich regelmäßig und scheuchten sich durch den Wald. Heute nennt man sie „Trail Crews„. Damals waren wir ein Haufen Typen im Wald die Sticker an jeden Pfahl klebten und so ihr Revier markierten. Alte Punks, Skater, gelangweilte Triathleten und naja ich. Ich war keines davon, irgendwie. Das tolle an den Banden war, dass jeder mitmachen konnte. Er musste nur halbwegs geradeaus laufen können und Bock auf Downhills und Matsch haben. Wer nach Abschluss der Runde schmutziger war, war der Sieger. Das war unser einziger Wettkampfgedanke.

Heute habe ich oft das Gefühl, dass es diese beinahe kindlich Freude immer schwerer hat. Jeder postet seine Zeiten und scheint wie besessen daran zu arbeiten noch die letzte Sekunde  im Downhill rauszuholen. Die Distanzen werden immer länger, die Veranstalter rühmen sich mit „dem härtstesten Rennen seit Erfindung des Bergablaufens“, jeder Idiot meint unbedingt Ultras laufen zu müssen. Da liest man Sätze wie “ im nächsten Jahr laufe ich meine ersten Ultra..“ und denkst sich – gut mach du mal. Dann liest man weiter und liest Dinge wie „150 Kilometer, Temperaturen bis zu -40°C…“ Ultra auf Teufel komm raus. Nicht falsch verstehen, soll jeder mache wie er will. Ich habe nur oft das Gefühl, dass es sich hierbei nur um eine weitere Variante des guten alten Schwanzvergleichs geht.

Ich finde es schade, dass dieser übertriebene Wettkampfgedanke, dieser Konkurrenzdruck im Trailrunning angekommen ist. Dabei ist dieses Laufen im Gelände ja eigentlich pure Freiheit. Streß und Leistungsdruck haben wir doch bei Leibe schon genug in dieser Welt, oder?

Aber es gibt diese Banden, diesen Spirit noch. Der #kreuzberg50 war mal wieder ein Beweis dafür. Dort trafen sich ein paar Leute, jeder aus einer anderen Ecke der Republik um Spaß zu haben. Die Pastaparty feierten diese Typen mit Bier und einem Grill. Obwohl wir uns in dieser Konstellation das erste Mal trafen, kannte doch jeder jeden. Wir waren eine Bande.

Das ist das, was für mich dieses Trailrunning ausmacht. Lockere Typen, die Spaß in der Natur haben wollen.

Was macht für euch diesen Sport aus?

 

Beitragsbild von:
Alex Iby





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Kategorien: Gedanken

Sascha

Sascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.

10 Kommentare

ratzebine · 18. November 2017 um 16:36

Ich weiß nicht, ob ich, ohne Sticker auf die heimischen Bäume zu kleben, überhaupt als Trailrunner durchgehe. Auf jeden Fall bin ich über den (alten) Platinman zum Laufen gekommen, mit dem Drachen „groß“ geworden und hoffe irgendwann endlich mal meinen 9. 7gMara hinzukriegen oder in Rengsdorf nochmal einen schönen Fuffie an Vadderdach.
Eins kommt mir aber nie in den Sinn: ich war noch niemals in NY – und will da auch gar nicht hin.
Trailrunning ist für mich einfach, durch die heimischen Wälder zu traben für die Seele, und ab+zu mit anderen woanders für Spaß. Und wenn sich das dann „Wett’kampf'“ schimpft – geb ich kampflos das Treppchen frei und bin hinten in der Liste zu finden.
In diesem Sinne weiter viel Spaß und gesunde Gräten!

    Sascha

    Sascha · 19. November 2017 um 13:54

    Du bist das, wonach du dich fühlst. Im Grunde sind wir alle „nur“ Läufer. Reicht aber auch vollkommen aus, in dem Zusammenhang.

Philipp · 19. November 2017 um 7:56

Hallo Sascha,

ich bin quasi noch länger als Trailrunner dabei ;-)
Ich habe damals das Trail-Magazin noch als eZine, quasi als Fanzine entdeckt und war sofort fasziniert. Ich bin damals schon gerne durch den heimischen Wald und durch den Matsch gerannt. Und habe dann festgestellt: da gibts ja noch mehr Bekloppte wie dich und das ganze hat sogar einen eigenen Namen! Und dann habe ich mir die ersten Trailschuhe gekauft.
Was mich stört, ist der Hype, der daraus geworden ist. Trailrunner bist du quasi nur noch, wenn du einen Ultra gelaufen bist. Höher, schneller, weiter. Mir fehlt der Punkspirit, das DIY-Feeling der ersten Stunden.
Ich habe keinen Bock mehr auf Megaevents. Ich bin noch nie einen Ultra gelaufen, und wenn ich das machen werde, dann nur für mich. Mich interessiert kein UTMB mehr oder ob ich um die Zugspitze rennen kann.
Ich renne durch meinen Wald mit mir alleine und werde den 10k Silvesterlauf in meiner Stadt unterstützen oder als Helfer beim 24h-Lauf morgens um 4.00 Uhr warmen Tee ausschenken. Das ist für mich das, was Laufen ausmacht.
Ansonsten nervt mich die Laufszene (und die Trailrunning-Szene im Besonderen) häufig nur noch.

    Sascha

    Sascha · 19. November 2017 um 14:01

    Hallo Philipp,

    in meinen Augen bist du ein Trailrunner, wenn du auf Trails läufst. Egal wie weit und steil. Du hast aber Recht, ich sehe auch, dass Trailrunning quasi fast immer auch mit Ultralaufen gleichgesetzt wird. Das ist schade, denn selbst die krassesten (wieder so ein Unwort) Ultraläufer, laufen ja nicht nur Ultras. Das meinte ich aber eben auch, jeder versucht krasser zu sein als der nächste und das bei einer Sache die man eigentlich aus purem Spaß machen sollte.
    Mich nervt das auch, aber was solle man dagegen tun? Soll man überhaupt was dagegen tun?

      Philipp · 29. November 2017 um 19:41

      „Dagegen“ tuen sollte man nie etwas, sondern immer nur „für“ etwas!
      Wie gesagt: deswegen supporte ich Laufveranstaltungen vor Ort (so wie Du den Kobolt) und bin Mitglied im Verein für den Seilerseelauf oder auch im Helferteam. Ändere ich dadurch etwas an den großen Veranstaltungen oder am Kommerz?
      Ganz bestimmt nicht.
      Aber ich ermögliche mit vielen anderen zusammen die kleinen Veranstaltungen, die aus Liebe zum Laufen entstanden sind, ohne Profitorientierung oder Hipster-Attitüde.
      Was übrigens, das möchte ich auch erwähnen, keinem den Spaß am ZUT, UTMB oder rennen im Flanellhemd mit Snapback vermiesen soll. Jeder so, wie er mag!

Eddy · 24. November 2017 um 18:16

Ich bin eher ein Straßenläufer, aber allein das Headerbild Deines Beitrags zeigt, warum ich auch immer mal wieder gerne eine Runde durch den Wald laufe. Für mich macht‘s also eine Mischung. ;)

    Sascha

    Sascha · 27. November 2017 um 10:36

    Da gebe ich dir Recht, die Mischung machts und ein guter Läufer sollte eh überall laufen können.

    Gruß
    Sascha

Mario · 8. Februar 2018 um 8:22

Ich wollte mal los werden, warum ich >100kilo Koloss Trailrunning mag, auch wenn ich bei jedem Berg das Kaffeestückchen oder die Tafel Schoki vom Vortag verfluche…
Ich hab 2016 meinen ersten Marathon hinter mich gebracht. Hamburg war toll! Hatte tolle Freunde dabei, mit denen ich Anfangs auch trainiert hatte, aber dann dachte, och, da geht noch mehr und ich kann härter und schneller trainieren. Andere Freunde haben einem dann Mut gemacht, hey, das schaffst auch unter 4h, etc. Man kennt das sicher. All die gut gemeinten Floskeln. Dadurch wurde mein Hauptziel, das ganze heil zu überstehen, oder mein Wunsch, mit nem 6er Schnitt das Ding zu schaffen, irgendwie langsam aus meinem Kopf verbannt und diese 4h Marke hat sich langsam eingebrannt. Ende vom Lied waren 4:06h und man konnte fast die Uhr danach stellen, direkt nach der Frage wo man nen Marathon gelaufen ist kommt die Frage, und wie schnell. Alles wird irgendwie auf die Zeit reduziert. Diese ist vergleichbar, man kann sein Gegenüber einschätzen…
Beim Trailrunning ist das irgendwie anders. Wenn ich Jemand erzähle, ich hab bei irgend einem Berglauf teilgenommen, war im Binger Wald oder in Bad Münster am Stein… Da sagt jeder, wow, da war ich schon mal wandern. Jemand der Lauferfahrung hat fragt vielleicht nach dem Untergrund, wie hast Du die Steigungen verkraftet. Bist viel gegangen… Aber kein Mensch hat mich nach meiner Zeit gefragt…
Das finde ich irgendwie unheimlich entspannend beim Traillaufen und auch bei den Leuten die diesen Sport betreiben. Die Zeit wird relativ und unser eh schon viel zu stressiges Leben entspannt sich.
Am Ende ist es auch genau So wie Du im Blog schreibst. Wer sich einmal 2 und mehr stunden durch steinigen Boden und über Stock und Stein geschafft hat, der fühlt sich irgendwie frei. Der Kopf ist ruhig, nach der geistigen Anstrengung über X km für jeden Fuß bei jedem Schritt den richtigen Untergrund gefunden zu haben. Die kurzen Adrenalinstöße wenn man mal kurz ins rutschen kommt und dann doch nicht auf dem Hintern landet. Die schnellen Bergabpassagen die sich Anfühlen als ob man mit Flow ballern geht…
Es ist einfach abwechslungsreich, immer anders und nicht so gleichbleibend wie immer nur auf der Straße zu laufen…
Ich vergleich es jetzt einfach mal mit RTL2 und Theater :-D
Danke für Deinen Blog, es macht immer Spaß zu lesen…

    Sascha

    Sascha · 9. Februar 2018 um 7:55

    Hi Mario,
    aus deiner Antwort kann man schön rauslesen, warum es so entspannend sein kann abseits der Wege zu laufen! Danke dafür, da liegen wir definitiv auf einer Wellenlänge!

    Die Zeiten auf den Trails sind eh meistens sowas von relativ, während du zum Beispiel auf der Straße mit 90 min für 10 km eher nix gewinnen kannst, kann das auf dem Trail schon echt flott sein. Gerade die fehlende Vergleichbarkeit der Trailläufe macht es so spannend für mich.

    Gruß
    Sascha

Robert · 9. Februar 2018 um 15:07

Das hast du schön geschrieben! Mir geht diese Kommerzialisierung auch total auf den Zeiger. Jeder läuft irgendwie Marathon und ohne mindestens schon mal einen Ultra gelaufen zu sein, hast du in so einer illustren Poser-Runde eigentlich nix verloren. Schwanzvergleich ist auch das Wort, was mir dazu schon seit längerem in den Gedanken umherirrt.
Ich habe aufgehört, meine „Leistungsdaten“ überall rumzupos(t)en und mich dafür abfeiern, bewundern oder ausbuhen zu lassen. Ja, ich möchte mich gerne messen – aber ich messe mich nur mit mir selbst.

Für mich ist der Laufsport auch ein Stück Freiheit, Frische Luft, Natur, raus kommen aus dem Alltag, Ablenkung, Nachdenken, denn Sinn des Lebens suchen, Kopf frei kriegen, Entspannung aber auch eben Auspowern, Fordern, Anstrengen, Fluchen und natürlich Planen, Auswerten, Reisen, neue Leute kennen lernen, Bekannte treffen und ganz viel Lernen, über Sport, Ernährung, Gedöns und über mich selbst. Laufen ist viel mehr, als in Tights einen Fuß vor den anderen zu setzen.

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