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Ich sag es gleich zum Anfang, jeder der sich bewegt, jeder der Sport treibt ist Sportler. Punkt!

Was haben eine Laufanfängerin (oder Laufanfänger) nach ihrem ersten Winter und Usain Bolt gemeinsam?
Auf den ersten Blick im Grunde eher so gar nix und doch vereint beide eine Sportart, unsere Sportart. Das Laufen.

Wann ist man Sportler

Ich weiß noch wie ich damals, irgendwann vor gut 6 Jahren mit dem Laufen angefangen habe. Damals sollte einer meiner Brüder zur Bundeswehr eingezogen werden und musste sich deshalb auf dem sportlichen Eignungstest vorbereiten. Der Ärmste hatte absolut null Bock auf den Verein und der Pechvogel gehörte auch noch zum letzten Jahrgang der eingezogen wurde bevor die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. Ich als ehemaliger Zeitsoldat könnte mich deswegen noch immer kaputt lachen. Was? Ich darf das, ich bin der große Bruder!

Egal, weiter im Text. Jedenfalls fingen wir beide an zu laufen, mag sein dass ich schon ein paar Wochen davor angefangen hatte. So genau weiß ich das nicht mehr, spielt aber auch keine große Rolle. Jedenfalls waren wir beide alles andere als fit und schnell. Wenn ich unsere ersten Runden so rekonstruiere dürften es so um die 6 km gewesen sein, wir sind die allerdings mit Nichten durch gelaufen. Die Zeit dürfte damals auch nicht “vorzeigbar” gewesen sein. Was heute eine Aufwärmrunde für mich wäre, war damals das absolute Maximum für uns beide.

Ok, viel Geschwurbel bis hier. Warum die lange Einleitung? Ganz einfach, hätte ich damals Facebook schon so genutzt wie ich es heute tue, hätte ich mit Sicherheit voller Stolz meinen Lauf über 6 km in >45 Minuten in einer (oder allen) der unzähligen Facebookgruppen gepostet um mir dafür Bestätigung abzuholen.

Der Alltag in Facebookgruppen

So geschieht das jeden Tag gefühlte drölf Zillionen Mal und das ist auch gut so! Jeder dieser “langsamen und unfitten” Läufer hat mit seinen 6 km (oder gerne auch weniger) für die er eine halbe Ewigkeit gebraucht hat etwas geleistet. So wie mein Bruder und ich damals. Diese Läufer, denen wir alle irgendwann mal mehr oder weniger geähnelt haben kommen verschwitzt und abgekämpft nach hause und sind stolz auf ihre Leistung. Stolz dass sie nach einer langen Verletzung, nach 20 Jahren Kettenrauchen, nach 3 Geburten, nach einer Ernährungsumstellung bei der sie endlich so viel Gewicht verloren haben dass sie es wagen können zu laufen, etwas Gutes für ihren Körper getan haben.

Und was macht Mensch wenn er auf (s)eine Leistung total stolz ist? Richtig! Er erhofft sich viel Zuspruch, Lob und Anerkennung und postet fleißig bei Facebook, spammt damit die Timeline seiner (unsportlichen) Freunde und Verwandten voll. Er wird immer mehr zum Ärgernis, zum Sportverrückten, zum Fitnessnazi und geht den Leuten damit mächtig auf den Keks.

Zum Glück gibt es da eine Lösung! Sportlerprofile bei Facebook! Auch ich habe so eine Seite, meine Facebook Blogpage ist im Grunde nix anderes. Sie hilft mir meinen Arbeitskollegen, Verwandten und (unsportlichen) Freunden nicht ganz so sehr auf den Sack zu gehen. Dafür darf ich dann anderen Leuten auf den Sack gehen, die sind aber selbst schuld weil sie meine Seite geliked haben. Toll oder? Scheint die Antwort auf alle Fragen zu sein, neben der 42 versteht sich.

Jetzt gibt es aber doch tatsächlich so Kleingeister die sich darüber aufregen, dass Rudi Rennschnecke sich erdreistet solch eine Funktion zu nutzen um seinem Umfeld nicht ständig ein schlechtes Gewissen zu verpassen. Rudi sei überhaupt kein Sportler, Rudi wolle nur Aufmerksamkeit und schade dem Ansehen von ambitionierten Läufern. Als wenn es einen Arne Gabius kümmern würde ob sich Rudi für einen Sportler hält oder nicht. Und überhaupt läuft Rudi nicht schnell genug um Sportler zu sein und weit genug auch nicht. Was mache ich denn dann? Ich laufe auch nicht schnell, aber dafür weit!? Schwer kompliziert das Ganze mit dem Sportlersein finde ich. Wenn Rudi jetzt auch noch seinen “langen” Lauf am Sonntag über 12 km in 1:30 h in der Gruppe “Laufsüchtlinge” postet und da doch allen Ernstes Lob und Huldigung erwartet, dann ticken diese Kleingeister komplett aus. Der Grund hierfür ist ganz einfach; Penisneid oder so. Neid weil keine Sau mehr ihre tollen Läufe beachtet und dabei sind sie die 12 km doch mal eben in ihrer 30 minütigen Mittagspause gelaufen. Diese Kleingeister sind einfach zu schnell (zu geil??) für diese Welt, meinen sie jedenfalls.

So und jetzt ratet mal wessen Problem das eigentlich ist? Kleiner Tipp, nicht das von Rudi.

In diesem Sinne ihr Rennschnecken da draußen; postet eure Läufe was das Zeug hält. Motiviert euch gegenseitig und kümmert euch nicht um die paar Idioten die meinen ihr wärt es nicht wert beachtet zu werden. Ob ihr euch “Sportler” nennen “dürft”, liegt einzig und alleine daran ob ihr Sport treibt. Egal wie oft oder wie gut.
Ich verrate euch mal ein Geheimnis, die meisten Superhelden haben mal ähnlich angefangen wie ihr und ich. Und die, die sich jetzt über euch aufregen sind mit Sicherheit nur gefrustet weil sie eben doch nicht die Größten in ihre Peergroup sind. Wären sie es, würden sie sich für euch freuen.

 

Only the weak are cruel. Gentleness can only be expected from the strong. Leo Buscaglia

 





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