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Die Trail Running Szene ist tot!
Oder etwa doch nicht?

Das ist rückblickend auf das Jahr 2018 mein Eindruck. Ganz ehrlich! Das meine ich echt ernst. No Joke. Gut…es treffen sich noch immer bunte Menschen auf den Trails dieser Republik und haben dort jeden Menge Spaß. Aber hey, wen kümmert schon das gemeine Trailvolk? Eben. Keine Sau.

Heute gibt es dann also mal wieder einen klassischen Meinungsbeitrag. Meine Sicht auf die Querelen rund um Influencer, Markenbotschafterbashing und dem Kampf gegen die großen Szene Magazine.

Wenn du jetzt noch hier bist und nicht das X oben rechts im Browserfenster geklickt hast, dann bin ich echt froh. Ich hoffe echt die Absprungrate auf diesem Post ist nicht bei nahezu 100%.

Also weiter im Text.

Das gemeine Trailvolk, das bist du!

Ja richtig gehört. Du und deine Kumpels (oder Kumpelinen) sind das gemeine Trailvolk. Einfache Läufer die sich einen Dreck um die Stimmungsmache in der “Trail Running Szene” scheren.
Das gemeine im Trailvolk ist mit nichten ein Schmähbegriff, es beschreibt eher eine Gemeinsamkeit (das steckt das Wort nämlich drin). Ihr habt also alle etwas gemeinsam. Die Liebe zum Trail, die Liebe zum Laufen und die Liebe zur Natur.

Bewundernswert.

Die selbsternannte Elite auf dem Trail

Jetzt könnte man meinen, diese Eliten wären bekannte und starke Trailrunner. Persönlichkeiten zu denen das gemeine Trailvolk aufschaut, von denen es sich Motivation holt. Persönlichkeiten, die einen Teil ihrer Motivation aus ihren “Fans” (im alten, pre sozial-medialen Sinne) beziehen. Man kennt das von alten Rockstars, die mit Mitte 50 noch jeden Abend auf der Bühne stehen weil sie den Kontakt zur Masse nicht verlieren wollen.

Weit gefehlt, denn die selbsternannten Eliten sind wir Blogger, Podcaster, Chefredakteure und Influencer. Wir sind “die Trail Running Szene”, zumindest meinen wir das wohl ab und an.
Im Kampf um Reichweite, Fame und Trailcredibility wird hier in feinster Gangsterrapper Manier (man verzeihe mir als MetalHead den Ausruck) gedisst was das Zeug hält.
Jeder spricht dem anderen ab, der Verteidiger des wahren Blödsinns zu sein.
Kommerz!! Schreien die Einen. Die Anderen belächeln den kleinen Blogger aus der bayrischen Provinz.
Da wird gehauen und gestochen, einer “truer” als der andere. Wer es wagt die Schreiberei und sein Engagement etwas ernster zunehmen und mit “der Industrie” anzubandeln bekommt Gegenwind aus dem “eigenen Lager”.

Dabei könnten wir alle dazu beitragen, eine große bunte Trail Familie zu sein. Stattdessen bilden wir Lager.

Die Idole der Trails werden zu…

Dann sind da noch die wahren Athleten in unserem Sport. Die sind so lange “true” genug, wie sie es nicht wagen für ihre Leistungen eine finanzielle Entschädigung anzustreben. Sie leben “unseren” Traum und laufen scheinbar den ganzen Tag. Jeder Lauf scheint so wundervoll leicht zu fallen, mühelos ballern sie Kilometer für Kilometer.
Wie gerne würde ich das auch können! Ehrlich! Wenn ich heute noch mal die Chance bekäme, mit dem was mir so viel Freude bereitet einen Teil meine Lebensunterhaltes zu bestreiten, dann… naja ich würde wohl dennoch passen.

Ich möchte nicht meine Leichtigkeit (Wortwitz…meine Waage sagt da grade was anderes) verlieren. Ich möchte nicht Tag für Tag laufen müssen um meinen Sponsoren eine Bühne bieten zu können.
Der Grund warum ich das nicht will, ist wohl auch weil ich nicht die Eier in der Hose habe, alles für eine Läuferkarriere aufs Spiel zu setzen.

Ich bin auch keiner dieser Athleten, so ehrlich muss ich zu mir sein. Mit mir als Läufer verdient wohl keiner wirklich Geld.

…Verrätern an der eigenen Sache

Diese Athleten scharen ihre Fans um sich, werden von Sponsoren angesprochen. Gehen Verträge mit coolen Marken ein und bekommen so ihre Unterstützung. Haben eine Sorge weniger und können in ihrem Hauptjob Stunden reduzieren.
Das geht so lange gut, bis “die Trail Running Szene ” etwas an den Sponsoren auszusetzen hat. Da läuft einer für den falschen Brausehersteller, hat Nüsse statt Eiern in oder auf der Hose. Läuft man in den falschen Schuhen, dann ist man untendurch. Wagt man es gar bei dem Frontrunnern anzuheuern, ist man eh raus. Markenbotschafter sind ja eh nur Werbevieh. Schwupps kommt die Szenepolizei.
Wer regelmäßig den Hauptsponsor wechselt um weiter zu kommen, um weiter gefördert zu werden, der wird schnell zum Influencer degradiert. Dem glaubt “die Trail Running Szene” nichts mehr. Der wird ausgeschlossen, oder besser noch. Teile der “Trail Running Szene” wollen kein Teil mehr der Szene sein und gründen einfach ihre Antiszene. Ist ja mittlerweile auch zu Mainstream dieses Trail Running. Gegen alles, ohne Sinn und Verstand.

Während sich die selbsternannte Trail Running Elite gegenseitig böswillig beäugt und um Aufmerksamkeit kämpft, hat das gemeine Trailvolk derweil seinen Spaß. Unverschämtheit. Aber soo richtig.

Ist die Szene noch zu retten?

Es spielt keine Rolle ob “die Trail Running Szene” lebt oder nicht. So lange da draußen weiterhin bunte Menschen über die Trails rennen, können wir Blogger, Podcaster, Chefredakteure und Influener tun und machen was wir wollen. Wir haben den wenigsten Einfluss und dessen sollten wir uns wieder öfter bewusst werden. Wir haben nicht das Recht festzulegen wer “true” ist und wer nicht. Wer läuft ist true genug.

Steve schrieb im Oktober 2018

Am Ende ist es sowieso Wurscht, was andere machen oder über einen denken, Hauptsache man hat Spaß dabei und lässt ihn sich auch nicht nehmen.

Die Sache mit der Leidenschaft

Damit hat Steve so sehr Recht. Ich hoffe, dass ich das im nächsten Jahr beherzigen kann, ich möchte mir nicht mehr den Spaß nehmen lassen. Denn auch ich habe keine Lust mehr auf “die Trail Running Szene “, ich will laufen und meine Leidenschaft mit dir teilen. Mögen die anderen machen was auch immer sie wollen, mögen sie sich weiterhin dissen und sich die Trueness absprechen.
Ich will weiter mit dir in Kontakt bleiben, sei es durch zahlreichen Emails oder Chatanfragen.

Das was die ganze Sache hier ausmacht, diese Bloggerei und vor allem das Trail Running. Das bist du!

Mehr gemeines Trailvolk, weniger selbsternannte Elite.

Photo by Wendy Scofield on Unsplash





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