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Gestern musste ich einen erschreckenden Rennbericht von Christina “Rennschnecke” lesen. Nein kein Unfall oder katastrophales DNF. Schlimmer!

Christina ist eine dieser Hobbysportlerinnen wie man sie sehr oft trifft, mit Spaß bei der Sache aber eben nicht die Schnellste.
Ich kenne sie nicht persönlich, lese aber aus ihren Wettkampfergebnissen raus dass sie schneller, fitter und besser wird. Ein weiteres Urteil kann und will ich mir nicht erlauben.

Die Sache mit dem Urteil bilden ist im Grunde auch schon genau das Problem das sie in ihrem aktuellen Rennbericht beschreibt. Achja und Respekt, oder das Fehlen von Respekt.

Den Rennbericht findet ihr auf http://dierennschnecke.com

Wie kann es sein dass man etwas fülligere Menschen oft vorhält sie wären nur “so fett” weil sie keinen Sport machen würden und sie dann wenn sie denn Sport machen dafür auslacht?
Wie kann es sein dass man eine Triathletin, ja das sind die, die 3 Sportarten auf einmal ausüben, bei einem Wettkampf als “fette Sau” beschimpft und sie auf der Rennstrecke behindert, als Zuschauer wohlgemerkt.
Haben wir alle nicht größtenteils wegen ein paar Pfunden zu viel mit dem Sport angefangen?
Vergessen wir dabei dann später oft, dass wir nicht immer sportlich waren?
Viele Sportler mit etwas mehr Gewicht in meiner Freundesliste oder im Bekanntenkreis sind weitaus sportlicher als viele andere mit einem deutlich niedrigeren BMI. Sie quälen sich genau wie ich bei jedem Wetter und um jede Uhrzeit nach draußen um Sport zu treiben, laufen dabei oft weiter und länger als ich.

Wie um alles in der Welt sollte ich dann auf die Idee kommen diese Sportler zu beschimpfen und nieder zu machen? In ein paar Jahren werden diese ehemals Übergewichtigen dann vielleicht schlanker und vor allem fitter sein als sie es sich jetzt zu träumen wagen. Oder eben auch nicht, total egal.
Gerade wir Sportler, aber eben auch die Zuschauer von Veranstaltungen im Breitensport sollten jeden anderen Sportler dabei unterstützen und ihn motivieren seinen / unseren Sport auszuüben und ihn nicht noch dafür runter machen.

Sportlicher Wettkampf bedeutet neben aller Rivalität auch immer Respekt vor dem “Gegner”. Respekt vor den Leistungen im Wettkampf der Athleten. Respekt vor den ungesehenen Leistungen in der Wettkampfvorbereitung. Respekt vor dem Verzicht den wir alle akzeptieren müssen wenn wir sportlich aktiv sein wollen, denn jede Stunden Sport bedeutet eine Stunde weniger auf der Couch, im Bett, bei Freunden, beim Essen. Das muss man wollen.

Diese Entbehrungen sieht man nicht, aber jeder von uns weiß dass sie nötig sind um im Sport weiter zu kommen. Wie auch immer man dieses Weiterkommen dann für sich auch definieren mag.

Denkt bitte in Zukunft daran, wenn ihr einen übergewichtigeren oder langsameren Läufer seht. Dieser Mensch tut etwas für sich, im Gegensatz zu den meisten anderen. Er opfert investiert viel Zeit in sich und seine Gesundheit. Er unterscheidet sich also nicht vom durchtrainierten, schnellen, athletischen Läufer. Er steht eben nur auf einer anderen Entwicklungsstufe. Respektiert ihn dafür und macht im Mut dran zu bleiben, gönnt ihm die Freude seinen Sport auszuüben. Denkt daran, dass wir die selbe Leidenschaft teilen.

Edit:

Carmen hat mich auf Facebook auf einen ihrer Blogposts vom letzten Jahr hingewiesen der das selbe Thema hat. Skinny isn’t fit!





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