Trail Running a way of life!? Was macht dieses Trail Running eigentlich so besonders? Ist es überhaupt etwas Besonderes oder doch eigentlich nur ein Marketing Gag der Sportartikelindustrie? Sind wir, die Trailrunner wirklich so coole Typen, wie uns die Werbung in Hochglanzmagazinen weiß machen will?

Trail Running a way of life! 

Ja, der Blog heißt Trailrunnersdog und doch stelle ich den Begriff immer wieder in Frage. Der Blog entstand kurz nach dem ersten Revierguide des Trail Magazins am Laacher See. Dem ersten Revierguide mit über 100 Teilnehmern, ich stand am Anfang meiner “Laufkarriere” und war sofort Feuer und Flamme für diesem Sport. Feuer und Flamme von diesen Kerlen und Kerlinnen die da mit mir und Bonni um den See rannten. Viele meiner heutigen Lauffreunde waren an diesem Tag auch dort. Dieser “harte” Kern meiner Trailrunner Freunde besteht noch immer. Ich durfte sowohl die Marke “Thr33ky” als auch Nadine und Olaf, die Gründer und Köpfe dahinter kennenlernen. Ich lernte den Gripmaster und den zukünftigen Weltherrscher Orkan kennen. Auch wenn ich doch die meiste Zeit allein laufe und diese Ich-Zeit auch genieße, ich mag dennoch die Gesellschaft dieser Trailrunner.

Wie kam Trailrunnersdog zu seinem Namen?

Damals entstand wie erwähnt der Name dieses Blog, Trailrunnersdog. Ich bin also der Trailrunner und Bonni ist der dazugehörige Dog. Im Grunde ist das hier also Bonnis Blog und so waren die ersten Geschichte hier auch aus ihrer Sicht geschrieben. Ich verbinde also eine ganze Menge mit dem Begriff Trail Running. Freunde, Freude und Freiheit.

Jetzt ist seitdem eine recht lange Zeit vergangen. Jahre in denen ich mich, persönlich und sportlich weiterentwickelt habe. Auch der Blog ist gewachsen und erwachsen geworden. Wenn man es so nennen kann.

Was geblieben ist, ist meine Liebe zum Laufen. Meine Liebe zu einem Ding namens Trail Running. Draußen im Wald oder auf rauen Mosel Trails zu sein, ist Freiheit. Wenn ich nach den langen Läufen nach Hause komme, dann bin ich entspannt. Entspannt, müde und doch fit und klar. Der Körper ist erschöpft (und hungrig), der Kopf wunderbar leicht.

Darum soll es hier im Blog gehen. Um die Entspannung die ich auf dem Trail finde. Um die Entspannung die wir alle auf dem Trail finden.

Trail Running im Wandel der Zeit?

Der Begriff Trail Running hat sich in der Zeit gewandelt, denke ich. Ich bilde mir nicht ein, dass wir die damals um den See liefen den Begriff erfunden hätten, aber es hatte einen besonderen Spirit. Als damals das Trail Magazin damit anfing uns bunten Kerle zu versammeln und durch die Wälder zu scheuchen, bildeten sich verschworene Banden. Um jedes besuchte Revier eine eigene Bande.

Diese Banden besuchten sich regelmäßig und scheuchten sich durch den Wald. Heute nennt man sie “Trail Crews“. Damals waren wir ein Haufen Typen im Wald die Sticker an jeden Pfahl klebten und so ihr Revier markierten. Alte Punks, Skater, gelangweilte Triathleten und ich. Ich war keines davon, irgendwie. Das großartige an den Banden war, dass jeder mitmachen konnte. Er musste nur halbwegs geradeaus laufen können und Bock auf Downhills und Matsch haben.

Wer nach Abschluss der Runde schmutziger war, war der Sieger. Das war unser einziger Wettkampfgedanke.

Heute habe ich oft das Gefühl, dass es diese beinahe kindlich Freude immer schwerer hat. Jeder postet seine Zeiten und scheint wie besessen daran zu arbeiten noch die letzte Sekunde im Downhill rauszuholen.

Die Distanzen werden immer länger, die Veranstalter rühmen sich mit “dem härtesten Rennen seit Erfindung des Bergablaufens”, jeder Idiot meint unbedingt Ultras laufen zu müssen. Da liest man Sätze wie “im nächsten Jahr laufe ich meine ersten Ultra.” und denkst sich – gut mach du mal. Dann liest man weiter und liest Dinge wie “150 Kilometer, Temperaturen bis zu -40°C” Ultra auf Teufel komm raus.

Nicht falsch verstehen, soll jeder mache wie er will. Ich habe nur oft das Gefühl, dass es sich hierbei nur um eine weitere Variante des guten alten Schwanzvergleichs geht.

Ich finde es schade, dass dieser übertriebene Wettkampfgedanke, dieser Konkurrenzdruck im Trail Running angekommen ist. Dabei ist dieses Laufen im Gelände ja eigentlich pure Freiheit. Stress und Leistungsdruck haben wir doch bei Leibe schon genug in dieser Welt, oder?

Aber es gibt diese Banden, diesen Spirit noch. Der runcloud50 war mal wieder ein Beweis dafür. Dort trafen sich ein paar Leute, jeder aus einer anderen Ecke der Republik um Spaß zu haben. Die Pasta Party feierten diese Typen mit Bier und einem Grill. Obwohl wir uns in dieser Konstellation das erste Mal trafen, kannte doch jeder jeden.

Wir waren eine Bande.

Das ist das, was für mich dieses Trail Running ausmacht. Lockere Typen, die Spaß in der Natur haben wollen.