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Fastest Known Time – Wettkampf gegen die Uhr

Fastest Known Time

Anfang 2019 schwappte der Backyard Ultra Trend aus den USA zu uns nach Europa bzw. Deutschland. Genauer genommen schwappte dieser Trend aus Bell Buckle, Tennessee zu uns über den großen Teich. Ende Januar 2020 traf uns dann ein kleines, Virus sehr folgenreich und brachte sämtliche Rennambitionen und Großveranstaltungen zum Erliegen. Zum Glück schwappte jetzt mit dem “Fastest Known Time (FKT)” ein Wettbewerbsformat zu uns, das gänzlich auf andere direkte Kontrahenten verzichtet und trotz Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten dennoch zu Höchstleistungen anspornt. Ins Leben gerufen haben diese FKT Bewegung Buzz Burrell und Peter Bakwin im Jahr 2000, als sie die John Muir Trail (ca. 340 Kilometer und ca. 24.000 Höhenmeter) in nur 4 Tagen bezwangen und so den vorherigen Rekord von 5 Tagne unterboten.

Was ist eine Fastest Known Time (FKT) überhaupt?

Bei einem FKT handelt sich es um den erfolgreichen Versuch eine definierte Route (Rundkurs oder Punkt-zu-Punkt Strecke) so schnell wie möglich zu laufen oder zu wandern. Ob diese Route jetzt 50 Kilometer oder 100 Meilen lang ist, spielt erst einmal keine Rolle. Im Grunde eignet sich jeder Wanderweg oder eine freie Route zwischen zwei Punkten.

Die Route auf dem man seine “Fastest Known Time (FKT)” angeht, sollte allerdings dann doch einen gewissen Reizt aufweisen (wer am schnellsten beim Bäcker ist zählt wohl eher nicht) und einige andere Kriterien erfüllen.

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Was qualifiziert einen Lauf als Fastest Known Time?

  • Die Route sollte einen außergewöhnlichen Charakter aufweisen, die logischste laufbare Strecke abbilden und andere Läufer dazu ermutigen sie ebenfalls zu laufen.
  • Die Routen können jede beliebige Distanz haben, sollte aber in der aller Regel über 8 Kilometer lang sein und mehr als 150 Höhenmeter aufweisen.
  • Kursrekorde bei offiziellen Wettkämpfen können ebenfalls als FKT gezählt werden.
  • Ob Trail, Straße oder Off-Trail spielt keine Rolle – jeder Untergrund ist erlaubt.
  • Route die Länder oder Bundesländer durchqueren sind grundsätzliche ebenfalls ok, es wird allerdings jeweils nur eine Route akzeptiert um die Übersichtlichkeit zu bewahren.
  • Der Fokus sollte definitiv auf Laufen oder Wandern als Fortbewegungsart liegen.
  • Routen die für einen FKT in Betracht kommen, sollten dem Anspruch genügen zu den besten Routen der Welt zu gehören.

Allgemeine Richtlinien für FKTs

  • Die Zeitmessung beginnt mit dem ersten Schritt auf der Route und Endet im Ziel.
  • Es handelt sich hierbei um eine Bruttozeitmessung, sprich auch Pause etc. gehören dazu.
  • Jeder kann einen FKT Versuch wagen. Es gibt Geschlechterkategorien aber keine Altergruppen.
  • Es gibt keinen FKT unter Synonym oder einem Trailnamen. Wer einen FKT gewertet haben möchte, muss seinen eingetragenen Namen angeben.

Supported, Self-supported oder Unsupported?

Es gibt drei Oberkategorien für alle FKTs die sich im Maß der Unterstützung des Läufers durch Dritte unterscheiden. Keine der Kategorien ist höherwertiger als die anderen, sie sind eben nur anders. Es ist im Zweifel immer die sicherste Variante zu wählen und nicht auf Teufel komm raus versuchen einen FKT ohne Support zu schaffen. Bei der Einreichung des FKTs muss diese Kategorie angegeben werden.

Supported

Hier wird der Läufer durch eine Crew unterstützt. Diese Crew versorgt ihm mit Verpflegung, Medizinischer Hilfe und sonstiger Logistik. Diese Crew kann allerdings auch aus nur einer Person bestehen. Sobald der Läufer auch nur ein einziges Mal Unterstützung durch einen Helfer annimmt, gilt der komplette FKT als supported. Um einen supported FKT anerkannt zu bekommen, muss er schneller sein als der jeweilige self-supported oder unsupported FKT.

Self-Supported

Self-Supported bedeutet hier, dass du unterwegs jederzeit Verpflegung oder sonstige Versorgung kaufen oder im Vorfeld deponieren darfst. Es darf dich allerdings kein eigener Helfer unterstützen und irgendwo auf dich warten. Um einen Self-Supported FKT anerkannt zu bekommen, musst er schneller sein als der jeweilige unsupported FKT.

Unsupported

Hier darf überhaupt keine externe Hilfe angenommen werden, alles was für den FKT benötigt wird, muss mitgetragen werden. Einzige Ausnahme sind hier öffentliche / natürliche Wasserquellen, diese dürfen genutzt werden.

Wie werden FKTs auf ihre Richtigkeit geprüft?

Um als FKT gewertet zu werden, muss der komplette Track als GPS Datei eingereicht werden. Wer mit einem Livetracker läuft (wird bei den außergewöhnlichsten und umkämpftesten FKTs empfohlen), kann diesen ebenfalls vor Beginn des FKT Versuchs einreichen.

Gibt es ein Verzeichnis aller FKTs?

Selbstverständlich. Unter https://fastestknowntime.com/ findest du eine umfangreiche Datenbank aller offiziell anerkannten Routen und FKTs. Solltest du dort deine geplante Route nicht finden, dann wird es dafür wohl noch keinen gültigen FKT geben. Deine Chance also der Erste zu sein, der seinen FKT in den Staub brennt!

Fastest Known Time in Deutschland

Auch hierzulande nimmt die Sache mit den FKTs gerade Fahrt auf und im offiziellen Athletenverzeichnis wird Magnus Bühl (ein Podcastkollege) aktuell als bester Deutscher mit 12 FKTs geführt und Florian Felch vom Team Trail Magazin & SCOTT Sports ist mit 9 FKTs sehr gut dabei.

In der offiziellen Datenbank befinden sich 119 Routen in Deutschland auf denen seit 2018 FKTs gelaufen werden. In der Episode 470 des Trail Runner Nation Podcast ist Buzz zu Gast bei Scott und Don und erzählt wie er auf die Idee mit den FKTs kam. Wir Deutsche scheinen da wohl auch grade merklich Last auf die Datenbank zu bringen und unzählige FKT Versuche einzureichen.

Zuletzt sorgte Jörg Scheiderbauer mit seinem sub 48 Stunden FKT auf dem Westweg für Aufsehen, bisher ist der supportete FKT in 47:15 Stunden für die 280 Kilometer allerdings noch nicht offiziell gelistet.

Fastest Known Time in Österreich

Unser Nachbar haben eine eigene Seite für FKTs, dort findest du einige Routen in Tirol, der Steiermark oder Niederösterreich (aktuell gibt es hier wohl noch keine FKTs). Das ganze ist zusammengefasst in der FKT SERIES AUSTRIA 2020.

Quellennachweis

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Ich laufe gerne weit und lange, mittlerweile fast ausschließlich abseits der Straße und meist weit weg von Asphalt. Trailrunning ist meine Art zu laufen, denn auf dem Trail oder im Wald, da finde ich Ruhe und Entspannung. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert, Distanz ist was mich reizt.

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