Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und Schafzecke (Dermacentor marginatus) sind weiter auf dem Vormarsch in Deutschland. Der Grund für die Verbreitung könnte der Klimawandel und die bei uns daher weiter ansteigenden Temperaturen sein.

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) sollte jeder Trailläufer und Hundehalter kennen, denn die auch Winterzecke genannte Vertreterin der sogenannten Buntzecken ist als Überträger der Hundemalaria bekannt. Die auffällige Zeckenart trägt den Erreger Babesia canis canis in sich und kann so schnell sehr gefährlich für deinen Hund werden. Mit einer Größe von 5 Millimeter bis vollgesogen 16 Millimeter, sie ist somit kleiner aus die Riesenzecke, aber größer als der Holzbock.

Die bereits seit den 1970ern in Deutschland verbreitete Zeckenart galt davor oft als Urlaubssouvenir bei Urlaubern in den südlicheren Ländern Europas. Mittlerweile (wohl auch dem Klimawandel zu verdanken) gibt es auch stabile Populationen nördlich der Alpen. Die Winterzecke ist unglücklicherweise auch noch recht unanfällig was Kälte angeht und so ist sie zum Teil bis in den Januar aktiv. Auch harte Winter machen der Zecke nichts aus.

Im Sommer lebt die Zecke bevorzugt in feuchten Auwäldern, Mooren sowie Laubwäldern und fühlt sich dort bei Temperaturen zwischen 20 und 22 °C am wohlsten. Wird der Zecke bzw. ihren Nymphen ihr Biotop zu trocken, dann legt sie eine Ruhepause ein und verkriecht sich in den feuchteren Erdschichten und Laub und Moosen.

Wie alle Zeckenarten lebt auch die Auwaldzecke auf Gräsern und niedriger Vegetation mit einer Höhe bis zu 1,5 Meter. Dort wartet sie auf ihren Wirt und lässt sich dann wie bei Zecken üblich von ihm abstreifen.

Da der Mensch im Gegensatz zu unseren Hunden oder Pferden nicht den typischen Endwirt der Auwaldzecke darstellt, werden Menschen nur recht selten von ihr gestochen.

Die Schafzecke (Dermacentor marginatus) scheint nicht weniger gefährlich als die Auwaldzecke zu sein, in der Region um Trier wurde sie bereits ebenfalls gesichtet und als Überträger von Fleckfieber identifiziert.

Generell kann man Zecken, die man an sich oder seinem Hunde findet, über den Hausarzt ins Labor schicken und bestimmen lassen. Dort wird dann auch direkt untersucht, oder die Zecke Überträger von Erregern ist.

Fragen und Antworten zur Auwaldzecke

Wie schütze ich mich gegen die Auwaldzecke und Schafzecke?

  • Trage helle Kleidung – du siehst die Zecken einfach besser
  • Trage eng anliegende Kleidung und vermeide freie Hautstellen
  • Nutze Zeckenschutzmittel und trage sie auf die Haut auf, es gibt auch viele Hausmittel wie Kokosöl / -fett die Zecken nicht ausstehen können
  • Verlasse keine ausgetretene Wege und Pfade
  • Meide den Kontakt mit Gräsern und Büchen etc.
  • Suche dich und deinen Laufpartner regelmäßig nach Zecken ab und entferne sie
  • Kontrolliere nach dem Lauf deine Bekleidung und Ausrüstung auf Zecken
  • Deponiere Ausrüstung und Bekleidung so dass die Zecken davon nicht direkt auf Mensch und Tier abwandern können. (Hänge sie in den Garten und schüttele sie kräftig aus)
  • Halte deine Haare an Armen und Beinen kurz, an glatter Haut können sich Zecken schlechter festhalten
  • Gehe nach dem Laufen oder den Spaziergang direkt duschen um Zecken die sich noch nicht fest gebissen haben, besser zu finden und absammeln / spülen zu können.

Die richtige Zeckenentfernung

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Beitragsbild von I, Accipiter, CC BY-SA 3.0, Link

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Dieser Beitrag wurde am 5. April 2021 veröffentlicht und zuletzt am 19. April 2022 von Sascha aktualisiert

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Sascha Rupp

Ich laufe gerne weit und lange, mittlerweile fast ausschließlich abseits der Straße und meist weit weg von Asphalt. Trailrunning ist meine Art zu laufen, denn auf dem Trail oder im Wald, da finde ich Ruhe und Entspannung. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert, Distanz ist, was mich reizt.View Author posts