Wer jetzt hier die eine Lösung für alle Probleme sucht, dem sei eins vorneweg gesagt – es gibt nicht DAS richtige Halsband oder Geschirr!

Als Hundetrainerin, die mit ihren Hunden einen äußerst gewaltfreien Umgang pflegt, erwartet man in der Regel, ausnahmslos das Geschirr für deinen Hund zu empfehlen. Warum ich das aber nicht mache und warum sogar Stella mit Halsband läuft, erfährst du im heutigen Blog-Beitrag.

Die Auswahl an Geschirren und Halsbändern auf dem Markt ist riesig. Von Airmesh über Leder zu Kette. Gepolstert, nicht gepolstert, schmal oder breit. Bei den Geschirren kommen dann noch verschiedene Ausführungen hinzu wie zum Beispiel Norwegergeschirr, Y-Geschirr, Zuggeschirr und so weiter und so fort.

Der Körperbau entscheidet über die Form des Geschirrs

So unterschiedlich wie die Auswahl an Halsband und Geschirr ist, so unterschiedlich sind unsere Hunde und deren Körperbau. Kurze oder lange Beine, langer Hals, breite Brust oder doch eher der lange Rücken.

Wie du vielleicht nun feststellen kannst, fällt es mir an dieser Stelle sehr schwer, DAS passende Zubehör für alle Hunde zu empfehlen.

Somit wäre der Blogartikel an dieser Stelle zu Ende – aber ich kann dir helfen, dass für euch passende Zubehör zu finden.

Mach es passend für deinen Hund

In allererster Linie soll das Hundegeschirr oder das Halsband dafür sorgen, dass dein Hund angeleint bei dir bleibt und ihn dabei vor allem beim Laufen nicht körperlich beeinflusst. Das Zubehör soll gut sitzen, viel Bewegungsfreiheit gönnen und deinen Hund so wenig wie möglich einschränken.

Wie sieht dein Lauf mit deinem Hund aus? Welche Vorlieben und Abneigungen hat er?

  • Läuft dein Hund hauptsächlich an der Leine oder darf er sich frei bewegen?
  • Wenn dein Hund an der Leine läuft, ist die Leine dann locker? Auch wenn er andere Hunde sieht? Hat er Probleme mit seiner Umwelt, wie oft kann es passieren, dass dein Hund in der Leine hängt?
  • Hat dein Hund Probleme mit Nacken, Schulter oder andere gesundheitliche Einschränkungen?
  • Hat dein Hund Abneigungen gegen gewisse Stoffe? Stella zum Beispiel mag vor allem die Geschirre nicht, die etwas steifer und härter sind

Vor- und Nachteile

Ich bin ein absoluter Verfechter des Geschirrs. Wie oft passiert es, dass wir unseren Hund versehentlich weiterzerren, weil er unerwartet stehen bleibt? Ein Ruck durch das Halsband ist sehr schmerzhaft, mindestens sehr unangenehm im Hals. Nicht umsonst sind wir im Auto nicht am Hals angeschnallt. Das Geschirr sorgt dafür, dass der Ruck nicht ganz so unangenehm wird, egal, wer von beiden Seiten versehentlich in die Leine rennt.

Vorteile

  • nimmt Zug von der Halswirbelsäule
  • absorbiert ruckartige Bewegungen an der Leine

Nachteile

  • schränken die Bewegungsfreiheit ein
  • scheuern bei falschem Sitz

Ein guter Sitz ist das A und O

Oberste Voraussetzung ist, dass das Geschirr gut sitzt! Ein schlecht sitzendes Geschirr fühlt sich für deinen Hund genauso unangenehm an und engt ihn in seinen Bewegungen ein, wie ein schlecht sitzender Laufrucksack. Dadurch verändert sich das Laufschema und führt früher oder später zu Problemen im Bewegungsapparat.

Von Norweger-, oder Sattelgeschirren rate ich immer ab. Sie schränken den Schulter und Nacken-, Rückenbereich ein.

Bei Geschirren solltest du darauf achten, dass sie möglichst die Schulter frei lassen, gut gepolstert sind und nirgends scheuern.

Das Halsband – Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil des Halsbands ist die große Bewegungsfreiheit deines Hundes. Nirgends stößt er beim Laufen an, alle Körperteile können sich frei drehen und bewegen. Ein No Go bei Halsbändern sind Würgehalsbänder, Zughalsbänder ohne Stopp (auch Moxonleinen ohne Stopp).

Weiche Halsbänder sind auch sehr leicht und haben kaum Eigengewicht.

Der Nachteil ist die Schmerzhaftigkeit, wenn es versehentlich zu einem Leinenruck kommt. Auch dauernder Zug auf der Leine hat schadhafte Auswirkungen auf die Gesundheit deines Hundes – sowohl im Bewegungsapparat als auch z. B. an den Organen wie die Schilddrüse.

Vorteile

  • schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein
  • dein Hund kennt das Halsband eh schon
  • geringes Gewicht

Nachteile

  • andauernder Zug schadet deinem Hund
  • schmerzhaft bei versehentlichem Leinenruck

Stellas Fazit

Stella trägt nicht gerne Geschirr und mag auch keinen Kontakt zu Gegenständen an ihrem Körper. Außerdem kommt noch dazu, dass sie leichte Veränderungen an der Schulter hat. Auf unseren Läufen läuft sie zu 95% ohne Leine, sie hat einen sehr guten Grundgehorsam und ist auch sonst leinenführig. Für uns passt daher ein leichtes Halsband am besten.

Anfangs sind wir auch mit unserem Alltagsgeschirr gelaufen. Seit sie mit dem Halsband läuft, ist sie wesentlich flotter, die Gangarten raumgreifender und sie scheint noch mehr Spaß dabei zu haben.

Mein Fazit

Du siehst, dass eine einfache Empfehlung gar nicht so einfach ist. Wichtig ist, dass es für deinen Hund zu euren Umständen passt und dein Hund sich darin wohlfühlt.

Beitragsfoto by Wade Austin Ellis on Unsplash

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Dieser Beitrag wurde am 27. Mai 2019 veröffentlicht und zuletzt am 21. Januar 2022 von Sascha aktualisiert

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Susanne Brettschneider

Susanne ist Hundetrainerin, Hundeläuferin und Laufanfängerin. Hier berichtet sie von ihren Läufen mit ihrer Hündin Stella und verrät uns dabei Tipps und Tricks aus dem Hundeläuferalltag.View Author posts