Ein Monat ist schon vorbei und ich darf ein erstes Fazit ziehen. Im Januar hatte ich einen Tag Pause, alle restlichen Tage war ich laufen. Insgesamt kam ich auf 37 Läufe, 501 km und 10.500 Höhenmeter. 260 km lief ich zusammen mit meinem Hund Mio.

Im Vergleich zum Vorjahr liege ich knapp 1.200 Höhenmeter zurück, konnte dafür aber 42 km weiter laufen. Interessant dabei: Ich habe nur 6 Minuten mehr Zeit investiert als letztes Jahr und stehe aktuell bei 45 Stunden und 8 Minuten. Kaum zu glauben, wie ereignisreich bereits dieser trübe, kalte, nasse und teils sehr windige Monat war. Über einige Erlebnisse möchte ich gerne berichten.

Ein paar Trainings waren sensationell:

  1. 9.1.22 30 km in 1:59:55

Ich hatte vor, mich mal wieder auf der 30 km Distanz zu testen und wollte diese in einer 4er-Pace laufen. Nach den Schneefällen war es gar nicht so einfach eine geeignete Strecke zu finden. Glücklicherweise konnte ich zwischen Ediger und Ernst an der Mosel eine schneefreie und ebene Strecke finden. Hoka X2 angezogen, darunter ein paar warme Socken und auf ging es. Die ersten 15 Kilometer liefen einwandfrei und ich konnte mir bis zum Wendepunkt einen hübschen Vorsprung von gut 1 Minute und 20 Sekunden herauslaufen. Dass mir dieser Vorsprung dann aber wie der Schnee vom Wochenende von km zu km dahin schmolz, gefiel mir allerdings gar nicht. Je länger der Lauf, desto schwieriger wurde es, die Pace im Bereich von 4:00 zu halten, Erschöpfung und angedeutete Krämpfe in den Oberschenkeln machten sich breit. Auf den letzten 3 km ging es dann wirklich nur noch ums Durchhalten, lange ist es her, dass ich so kämpfen musste. Mit Erreichen der 30 km Marke stellte ich dann auch sofort das Laufen ein. Nix ging mehr. Es war aber nochmal gut zu sehen, wo ich aktuell stehe. Durch Strava wusste ich dann auch, dass ich die 30 km schon einmal schneller gelaufen bin. Und das war nicht der Typ aus 2021.

  1. 8.1.22 ca. 13km im Schnee

Da ich einen Tag später diesen 30 km Lauf geplant hatte, hatte ich für Samstag eigentlich keinen Lauf anvisiert, um möglichst ausgeruht in diese Einheit zu gehen. Allerdings warf ich diese Überlegung sofort über den Haufen, als ich früh morgens die Rollladen öffnete und ich diese schneeweiße Winterlandschaft bestaunen durfte. Laufen im Schnee ist für mich das allerschönste, was ich mir vorstellen kann. Da geht mir das Herz auf. So lautlos, geschmeidig durch den Neuschnee zu laufen. Alles ist so ruhig.

Schnell noch den Kids gezeigt, was über Nacht passiert ist und ab, raus mit dem Hund. Es war ein Traum. Butterweich durch den Neuschnee gepflügt. Stellenweise bestimmt 10 cm hoch.

Was allerdings auch krass war: Durch die Schneelast waren in der Nacht unzählige Bäume umgestürzt oder dicke Äste abgebrochen. Mir war klar, dass es aktuell eigentlich gar nicht so ungefährlich ist, sich hier im Wald zu bewegen. Wir haben es dann sicher, unverletzt und ziemlich glücklich nach Hause geschafft.

  1. 28.01.2022 11km Calmont, der steilste Weinberg Europas

Wer den Trail liebt, ob wandernd oder laufend, muss mal den Klettersteig durch den Calmont begehen. Es ist ein Traum. An diesem Freitag schien so schön die Sonne, dass ich zu einer 2. Laufeinheit durch und über den Calmont lief. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Runde um ca. 90 % Trail gespickt mit einigen Kletterpassagen, die mit Stahlseilen ausgestattet sind, um sich daran festzuhalten. Zwischendurch muss man auch noch ein paar Leitern benutzen, um die teils steilen Felswände überqueren zu können. Für die Anstrengung erhält man dann spektakuläre Ausblicke auf die Mosel, auf die Dörfer Bremm, Ediger und Eller, und wenn dann die Sonne so schön scheint wie an diesem Tag, wird man zudem mit großartigen Spiegelungen der ruhig dahinfließenden Mosel belohnt. Ab Frühling zieht diese Kulisse unzählige Wanderer an, weshalb man dann eigentlich nur noch in den frühen Morgenstunden da durchlaufen kann. Die Wege sind teils so eng und das Gelände so abschüssig, dass man wirklich andere mit Vorsicht vorbeilassen muss.

Und einen Wettkampf gab es auch schon:

23.1.22 Houffa Trail, Belgien über 53 km und 1.800 Höhenmeter

Mit einer Gruppe von 6 Personen reisten wir bereits einen Tag früher nach Belgien. Wir mieteten uns in einem „Cabin in the woods“ ein und konnten bereits samstags unsere Startnummern abholen. Sonntagmorgen um 5 lief dann auch schon der erste Kaffee aus der Senseo-Maschine. Nach ein paar Pancakes und dem Räumen der Bude ging es dann auch rechtzeitig zum Start. Glücklicherweise ergatterten wir noch einen der letzten Parkplätze vor dem Hotel in unmittelbarer Nähe zum Start. Das Briefing mussten wir noch in Französisch über uns ergehen lassen und dann ging es auch pünktlich um 7 Uhr los in die Dunkelheit. Die Strecke hat mir verdammt gut gefallen und die Beschilderung war perfekt. Es war unmöglich, sich zu verlaufen. Neben dem ständigen auf und ab raubte der sehr matschige Untergrund allmählich meine Kräfte. Die ersten 30 km lag ich noch in einer Zeit von 3 Stunden, aber je länger das Rennen dauerte, desto müder wurden die Beine.  Den Anteil an Trailpassagen empfand ich als sehr hoch. Toll und anstrengend war die Passage direkt am Ufer der Ourthe und die Durchquerung des Bikeparks in Houffalize. Nach 5 Stunden und 37 Minuten kam ich als 18. von ca. 250 Teilnehmern ins Ziel. Gelaufen bin ich meinen Hoka Speedgoat Evo. Im tiefen Matsch hatte der Schuh natürlich Probleme, trotzdem war der Schuh eine sehr gute Wahl für den Tag. Ich hatte mich sehr sicher darin gefühlt. Sehr gut möglich, dass ich hier in Zukunft wieder starten werde.

Ausblick

Für Februar steht kein Wettkampf an. Das bedeutet, ich kann mich voll und ganz auf das Training konzentrieren.

Meine Wettkampfplanung an Ultrarennen ist abgeschlossen. Ich werde an 4 Ultraläufen teilnehmen, den bereits gefinishten Houffa Trail schon mitgezählt. Hinzu kommt Ende April der Ultratrail Fränkische Schweiz, im Juli der Zugspitz Ultratrail und im Oktober das Trailgame in Bad Iburg.

Zwischendurch werden natürlich noch ein paar kleine Straßenrennen eingestreut, aber das schau ich mir ab Frühling genauer an.

Jetzt hoffe ich weiterhin unverletzt mein Training durchziehen zu können. Mal sehen, was der Februar so bringt. Ich bin motiviert für #beatlastyear

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Michael Comes

Michael ist erst 2019 so richtig auf den Trail gekommen, hat aber Blut geleckt. Er läuft meistens mit seinem Labrador-Magya Vizlar Mix Mio und kommt ebenfalls von der schönen Mosel.View Author posts